In Rumänien umfasst die Sozialwirtschaft verschiedene organisatorische Formen von Vereinigungen. Hierzu zählen Genossenschaften, Gegenseitigkeitsgesellschaften, Verbände, Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen.

In Bezug auf den Rechtsrahmen verabschiedete das rumänische Parlament im Juni 2015 das Gesetz über die Sozialwirtschaft (Nr. 219) mit der 2016 eingeführten Methodik und den wichtigsten Mechanismen. Das Gesetz zielt darauf ab, die Sozialwirtschaft zu regulieren und Maßnahmen zu ihrer Förderung zu schaffen. Zusätzlich regelt das Gesetz die Bedingungen der Zertifizierung durch die öffentlichen Behörden der sozialen Unternehmen.

Gemäß dieser Gesetzgebung umfasst die Sozialwirtschaft alle Aktivitäten, die unabhängig vom öffentlichen Sektor organisiert sind. Die Sozialwirtschaft basiert auf freiwilliger und solidarischer Privatinitiative, mit einem hohen Grad an Autonomie und Verantwortung, sowie einer begrenzten Gewinnverteilung an die Aktionäre.

Das Gesetz beschreibt mehrere Mechanismen, die notwendig sind, um die organisierenden Formen der Sozialwirtschaft (das zertifizierte soziale Unternehmen und das soziale Zeichen) sowie neue organisatorische und institutionelle Strukturen (sozialwirtschaftliche Kompartimente) zu schaffen. Diese Entscheidungen haben jedoch nur minimale Auswirkungen auf die klassischen Einheiten der Sozialwirtschaft (Genossenschaften, Verbände, Kreditgenossenschaften und Gewerkschaften von Arbeitnehmern und Rentnern).

 Das vorliegende Gesetz richtet die Sozialwirtschaft auf komplementäre Mechanismen von sozialen Diensten aus, auf die die Mitglieder schutzbedürftiger Gruppen zugreifen sollen. Die Sozialwirtschaft hinterlässt aus Sicht des Gesetzes fast unversöhnlich die Idee eines individuellen Aktivismus, der individuelle und kollektive Verantwortlichkeiten effektiv verbindet. (Romeo Asiminei,“ Das Gesetz über die Sozialwirtschaft. Vom legislativen zum theoretischen Rahmen “), Social Alternatives Magazin, 2016).

Daher korreliert die öffentlichen Rahmenbedingungen und Rechtsvorschriften in Rumänien nicht vollständig mit den akzeptierten Ansichten über Sozialwirtschaft und soziales Unternehmertum. Um eine signifikante Veränderung im Umfeld des rumänischen Social Entrepreneurships zu bewirken, ist ein konsistenter Ansatz von Bildung und Mentoring auf allen sozialen Ebenen notwendig. Im Folgenden sind einige Best Practices Beispiele aufgelistet:

The Travelling Book Foundation

Von den 5.300 Bibliotheken und Buchhandlungen in Rumänien bieten nur wenige behindertengerechte Technologien an. Der Bedarf der ca. 90.000 Sehbehinderten ist bei weitem nicht gedeckt.

Cartea Călătoare produziert Hörbücher im DAISY-Format (Digital Accessible Information System), um sehbehinderten Menschen das Lesen in ihren örtlichen Bibliotheken zu ermöglichen. Die Stiftung unterstützt die Eingliederung von Menschen mit Sehbehinderungen in die Gesellschaft und erleichtert ihnen den Zugang zu Information, Bildung und Beschäftigung. Die Dienstleistungen der Organisation bieten Blinden die notwendige Unterstützung, um in jedem Bereich informiert zu werden und jede Art von Bildung erfahren zu können.


MamaPan Bakery

Das Sozialunternehmen MamaPan startete als ein von der Europäischen Union finanziertes Projekt der Sozialwirtschaft. Es bietet in der Backstube alleinstehenden Müttern, Menschen, die sich in einer gefährdeten sozialen Situation befinden oder von Armut betroffen sind, Arbeit.
Die Gewinne, die durch den Verkauf der Backwaren erzielt werden, dienen dazu, die soziale Aufgabe des Unternehmens zu erfüllen: Die Schaffung neuer Arbeitsplätze.


The cloth workshop

Die Vereinigung Viitor Plus (eine soziale NRO www.viitorplus.ro) gründete “Atelierul de pânză” als geschütztes Unternehmen der Sozialwirtschaft, so genannte “geschützte Einheit” (30% des Personals sind Menschen mit Behinderungen und hat eine Sondergenehmigung vom Ministerium für Arbeit).

Das Geschäft recycelt Stoffe, um personalisierte Taschen, Mäppchen, Bücherhüllen, Mappen für Laptops usw. herzustellen.


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