Sozialwirtschaft und soziales Unternehmertum werden in Bulgarien in den letzten Jahren kontinuierlich gefördert. Somit könnten bessere Lösungen für Probleme in der Gesellschaft gefunden und dauerhafte Arbeitsplätze geschaffen werden.

Im bulgarischen Rechtsrahmen gibt es keine einheitliche Definition von Sozialunternehmen. Das Konzept der nationalen Sozialwirtschaft enthält die folgenden Definitionen für das soziale Unternehmertum:

  • Sozialunternehmen können Genossenschaften, Unternehmen und Organisationen sein, die ordnungsgemäß nach nationalem Recht registriert sind, deren Geschäft auf soziale und humanitäre Wirkungen abzielt und die ihre Gewinne zugunsten sozialer Zwecke und zugunsten der Gemeinschaft reinvestieren;
  • Ein soziales Unternehmen ist ein Unternehmen mit führenden sozialen Zielen, dessen Überschüsse in dasselbe Unternehmen oder in die Gemeinschaft reinvestiert werden;
  • Ein Sozialunternehmer ist eine Person, die Ressourcen mobilisiert und Gelegenheiten nutzt, um bestehende soziale Bedürfnisse zu befriedigen und starke und nachhaltige Organisationen aufzubauen, die als soziale Unternehmen gegründet werden;
  • Als soziales Unternehmertum werden Unternehmen verstanden, die Lösungen für soziale, kulturelle oder ökologische Zwecke entwickeln, finanzieren und umsetzen, so dass die Menschen und ihre Bedürfnisse im Vordergrund stehen.
  • Non-Profit-Organisationen; es ist diese wirtschaftliche Aktivität, die eine NRO als soziales Unternehmen bestimmen würde, wenn sie auf ein soziales Ziel ausgerichtet ist;
  • Genossenschaften von Menschen mit Behinderungen und anderen Arten von Genossenschaften, die gefährdeten, marginalisierten Menschen soziale Dienste oder Güter anbieten, insbesondere benachteiligte oder isolierte Personen.

Diese Partnerschaft sollte gefördert werden, aber zu diesem Zweck müssen Änderungen der bestehenden Rechtsvorschriften ausgearbeitet werden. Nur so kann ein günstigeres wirtschaftliches Umfeld für soziales Unternehmertum geschaffen werden.

Bulgarien hat mehrere strategische Rahmen eingeführt, um Initiativen für soziales Unternehmertum und soziale Innovationen auf nationaler Ebene zu fördern:

(1) Das nationale Sozialwirtschaftskonzept (2011) ist das wichtigste strategische Dokument, das den politischen Rahmen im Hinblick auf soziales Unternehmertum und die Sozialwirtschaft im weiteren Sinne festlegt. Es wird durch Aktionspläne für die Jahre 2014-2015 und 2016-2017 ergänzt.

(2) Die vom Ministerrat verabschiedete nationale Jugendstrategie 2010-2020 besagt, dass Bulgarien die wirtschaftliche Aktivität und die berufliche Entwicklung junger Menschen verbessern und das soziale Unternehmertum unter ihnen fördern sollte.

(3) Nationale Strategie zur Verringerung der Armut und Förderung der sozialen Eingliederung 2020, deren Priorität darin besteht, durch aktive Beteiligung der Bürger am Arbeitsmarkt Chancen für Beschäftigung und Einkommenswachstum zu schaffen. Zu den wichtigsten vorgeschlagenen Maßnahmen gehört die Förderung des Unternehmertums, einschließlich Initiativen für soziales Unternehmertum.

(4) Strategie für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen 2011-2020, die darauf abzielt, Menschen mit Behinderungen im erwerbsfähigen Alter die Möglichkeit zu geben, ihr Recht auf freie Berufswahl effektiv auszuüben, die Lebensqualität zu verbessern und eine vollständige Eingliederung zu erreichen.

Trotz aller bisher unternommenen Schritte bleibt die Notwendigkeit einer umfassenderen und zielgerichteteren nationalen Politik bestehen, Sozialunternehmen als Instrumente für die soziale Eingliederung und die Eingliederung in den Arbeitsmarkt zu unterstützen. Die Sozialwirtschaft findet jedoch immer noch einen Weg, sich selbst und die Gesellschaft zu verbessern:

NadEzhko Social Bakeries

Die NadEzhko Bakeries, entstanden unter dem Namen NadEzhko, ist Teil des Bread Houses Network und bietet eine innovative Mischung aus Bio-Bäckerei mit interaktivem Backhaus und einem Gemeinschaftszentrum, in dem Menschen aller Gesellschaftsschichten, sozial ausgegrenzte Gruppen und Menschen mit Behinderungen Teig mischen, um regelmäßig Brot zu backen. Das Unternehmen verkauft sowohl hochwertige Brotsorten als auch andere einzigartige Dienstleistungen (Bautraining Teambuilding, Theater of Crumbs Veranstaltungen, Brot im Dunkeln / BIND, geführt von blinden Menschen). Die 10 einzigartigen Brotbackverfahren mit unterschiedlichen Kunstformen haben sich international als neue Form der kunsttherapeutischen “Brottherapie” bewährt. Die NadEzhko-Bakeries sind als ein soziales Franchise geplant, wobei Bäckereien auch als lokale Gemeinschaft und soziale Integrationszentren dienen. Die Bäckereien haben die Aufgabe, einkommensschwache Menschen und Waisen sowie Menschen mit sozialen Störungen zu Bäckern auszubilden und zu beschäftigen.


Samaritans Association

Samaritans Association entstand im Jahr 1998 mit dem Hauptauftrag, für die vollständige Eingliederung in die Gesellschaft von benachteiligten Kindern, Jugendlichen und Familien in der Gemeinde Stara Zagora zu sorgen. Bis 2007 hat der Verein mehr als 35 Projekte und Initiativen von öffentlicher Bedeutung realisiert, um gefährdete Kinder und Familien zu unterstützen.

Der Verein betreibt ein Zentrum für soziale und pädagogische Unterstützung für gefährdete Gruppen von Kindern, Krisenzentrum “Samaritan House” und Komplex für soziale Dienste. Die Tätigkeit des Sozialunternehmens liegt in der Herstellung und Vermarktung von Imkereiprodukten und Bienenzuchtausrüstung. Das Hauptziel ist der Ausbau der wirtschaftlicher Möglichkeiten und Fähigkeiten von sozial benachteiligten Menschen, um genug Einnahmen für den Lebensunterhalt zu erzielen.


Synergia Foundation

Die Synergia Foundation wurde Anfang 2015 gegründet. Als gemeinnützige Nichtregierungsorganisation hat sie sich zum Ziel gesetzt, das Wohlbefinden sehbehinderter Menschen zu verbessern. Hierbei setzt sie erfolgreiche Praktiken des sozialen Unternehmertums ein, um den Dialog und die Interaktion zwischen Bürgern, Unternehmen, staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen zu  fördern.

Die Stiftung arbeitet auch für einen leichteren Zugang zu soziale Innovation.


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