Mentoring ist sowohl ein alter als auch ein neuer Begriff.

Obwohl das Wort “Mentor” 1750 zum ersten Mal in der englischen Sprache erschien, war das Konzept selbst dort noch nicht etabliert.

Es erschien zum ersten Mal in der Antike in “The Odyssey” des griechischen Schriftstellers und Philosophen Homer. Die Sage, die um das Jahr 700 v. Chr. spielt, enthielt einen Charakter namens Mentor, der ein Freund von Odysseus war. Mentor war ein Ithacan (Ältester), der die Inkarnation von Athena, der griechischen Göttin der Weisheit war. In der berühmten Geschichte, in der  Odysseus im Trojanischen Krieg kämpft, wird sein Sohn Telemachus in der Obhut von Mentor gelassen. Er soll sich um ihn kümmern und ihm beim Heranwachsen unterstützen.

Im Jahr 1699 machte das französische Buch “Les Aventures de Telemaque” von François Fénelon das Konzept der Mentorship in der Neuzeit populär. François Fénelon war der Hauslehrer des Enkels von König Ludwig XIV. Die Lehren sollen seine Schüler zu weisen Monarchen erziehen.

Nach einiger Zeit blühte in England die Handwerkskunst auf. Die Handwerker gaben ihren Schülern nicht nur ihren Beruf, sondern auch ihr Wissen und ihre Erfahrung in einem dem modernen Mentoring-Konzept sehr ähnlichen Prozess weiter. Eine solche Ausbildung zum Meister dauert normalerweise 12 Jahre. Die darauffolgende industrielle Revolution beendete viele derEin Modell hat sich in den USA jedoch bewährt:  Die Organisation mit dem Namen Big Brothers / Big Sisters of America (BBBSA) ist ein gemeindenahes Mentoring-Programm, in dem Mentoring-Beziehungen auf einer Eins-zu-Eins-Basis entwickelt werden. Hierbei gehören Mentor und Mentee demselben Geschlecht an. BBBSA existiert immer noch als eine erfolgreiche Mentoring-Organisation. Die Organisation wird als Modell für Start-up-Community-Mentoring-Programme verwendet und häufig wegen ihrer guten Praktiken in der Forschung zitiert.
Handwerkstraditionen und damit das informelle Mentoring-System. In der aufstrebenden Industriewelt fanden junge Männer ihren Weg in die Fabriken und durchliefen ein unpersönliches Trainingssystem statt einer individuellen Lehrer-Schüler-Beziehung.

Eine Studie über prominente Persönlichkeiten im Verlauf der Weltgeschichte zeigt, dass die meisten dieser Menschen mit Mentoren aufgewachsen waren, die sich hauptsächlich um deren persönliche Fortschritte kümmerten. Alexander der Große hatte Aristoteles, König Arthur von England hatte Merlin, Chandragupta Muarya von Indien hatte Chanakya. Paul von Tarsus, der berühmte christliche Bischof des ersten Jahrhunderts n. Chr., hatte Timothy, der Dichter TS Eliot hatte Ezra Pound, Martin Luther King hatte Dr. Benjamin Elijah May Beethoven und Mozart hatten Haydn – Die Liste lässt sich weiter fortsetzen.

Mentoring ist seit den 1980er Jahren ein wesentlicher Bestandteil der Managementausbildung in kommerziellen Organisationen. Unternehmen wie Xerox, General Electric, Kodak, Intel und Avon verfügen über etablierte und sehr beliebte Mentoring-Programme.

Heute ist Mentoring als ein sehr effektives Werkzeug für Ausbildung und Entwicklung anerkannt und wird häufig in Bildungs- und Regierungsinstitutionen, Universitäten und Wirtschaftsunternehmen eingesetzt. Mentoring-Programme werden immer beliebter – es zeichnet sich ein Trend ab, dass Mentoring-Programme als Kommunikationsmittel eingesetzt werden.

Die moderne Organisationsbetreuung konzentriert sich auf die Entwicklung von Kompetenz, Führung und lebenslangem Lernen.

Die Entwicklung des Mentoring-Konzepts von der Antike bis heute beschreibt auch die Richtung des Mentorings in der Zukunft. Es zeigt sich – selbst wenn sich einige Formen von Mentoring als veraltet erwiesen haben – dass das Konzept immer noch gültig ist und auf den höchsten Lernebenen eingesetzt wird.

Wenn du dich angesprochen und inspiriert fühlst, dann besuche gerne die Plattform und werde Mentor!

Diese Informationen basieren auf den Recherchen aus dem Buch “Mentoring – Process, Guidelines and Programs” von Assoc. Prof. Daniela Ilieva-Koleva, veröffentlicht im Jahr 2015.

[1] Nayab, N. (2011) Tracing The Origins Of Mentoring And Its Progression Through The Ages

[2] Hunter, D. (2007) Why Do Mentors Mentor?: A Study Of Motivations In Workplace Mentoring

[3] Dappen, L., and Isernhagen, J. C. (2006). Urban And Nonurban Schools: Examination Of A Statewide Student Mentoring Program. Urban Education, 41(2), 151-168. Doi:10.1177/0042085905282262

[4] Gray, A. (2011) Measuring The Impact Of A Mentoring Program:  Preparing African American Males For Success Beyond High School

[5] Nayab, N. (2011) Tracing the Origins of Mentoring and Its Progression Through the Ages

[6] Nayab, N. (2011) Tracing the Origins of Mentoring and Its Progression Through the Ages


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